Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben.
Sieg oder Spott, folg deinem Gott!



Freitag, 27. Februar 2015

Ehre ist Zwang genug !


Ergänzend: Eine Inschrift in der deutschen Stadt Münster lautet: “Ehre ist Zwang genug.” 

In diesen wenigen Worten spiegelt sich das Charakterbild eines ganzen Volkes, des deutschen Volkes wieder. Denn Ehre ist für den Deutschen Zwang genug, dass richtige – also das lebenserhaltende und fördernde – zu tun und seine Kräfte zur Entfaltung zu bringen, wenn denn sein “Bewusstsein” mit seiner “blutgegebenen Seele” im Einklang steht. Die Ehre, die ohne die Treue, Wahrhaftigkeit, Pflicht und Freiheit nicht denkbar ist, war für unsere Ahnen eine gewaltige Antriebsfeder, die sie zu lichten Sternstunden geführt hat.

So lesen wir über unsere Vorfahren vor über 2.000 Jahren in der Germania, jenem Werk des römischen Geschichtsschreibers Publius Cornelius Tacitus:

Wenn es zur Schlacht kommt, ist es für den Gefolgsherrn schimpflich, sich an Tapferkeit übertreffen zu lassen, schimpflich für die Gefolgsmannen, der Tapferkeit des Führers nicht gleichzukommen. Und gar Schimpf und Schande für das ganze Leben bringt es, den Gefolgsherren überlebend das Schlachtfeld zu verlassen.

Oder jene Worte:
Nicht ein zufälliges oder willkürliches Zusammenscharen macht ein Reitgeschwader oder eine Abteilung Fußtruppen aus, sondern die Familien und Freundschaften. Das ist ein besonderer Anreiz zur Tapferkeit. In nächster Nähe stehen ihre Lieben, von dorther hören sie das Schreien der Frauen, das Wimmern der Kinder. Sie sind für einen jeden die heiligsten Zeugen, sie sind die einflussreichsten Mahner.

Aus diesen wenigen Worten, die sogar aus römischer Anschauung niedergeschrieben wurden, können wir die Bedeutung der Ehre und Treue für unsere Vorfahren vor 2.000 Jahren erblicken und sehen, dass diese bei “lebensentscheidenden Augenblicken” – wie einer Schlacht – ein großer Antrieb waren.

Die Kultur des Menschen entstand über Jahrtausende in der Auseinandersetzung mit der ihm umgebenen Natur. Sie ist somit das Ergebnis der Auseinandersetzung Mensch – Natur. Somit ist Kultur bewusst geformte und gestaltete Natur, die dem Menschen vermittelt, was lebensfeindlich oder arterhaltend ist. Genau diese Kultur spricht daher auch naturgemäß aus dem Empfinden und Charakter jenes Menschenschlags, der sie hervor gebracht hat. Nur sie ist in der Lage, diesen Menschenschlag in sein Gewissen zu reden und ihn über seinen Charakter sprechen und handeln zu lassen. Die Kultur bzw. die Tradition ist heute abgerissen. Der Nobelpreisträger Konrad Lorenz hat in seiner Wissenschaft nachgewiesen, dass das Abreißen der Traditionen eine “Todsünde” ist.

Die Kultur des deutschen Volkes wurde von seinen großen Persönlichkeiten gestaltet. Hören wir daher was große Deutsche, die noch immer aus der Geschichte in tausenden Stimmen zu uns sprechen, über die Ehre sprechen.

Schiller sagte einst:
Doch wir denken königlich und achten einen freien, mutigen Tod anständiger als ein entehrtes Leben.
Schiller war seiner Zeit ein großer und angesehener Deutscher. Jeder möge an dieser Stelle auf die Worte Schillers hin einmal selber die Überlegung anstellen, dass jeder Mensch einmal stirbt und wenn dieser Fall eingetreten ist, wird jenes über seinem Grabe stehen, was er aus seinem Leben geschliffen hat.

Der große Dichter Friedrich Hölderlin:
Hätt ich ein Reich zu errichten und Mut und Kraft in mir, der Menschen Köpfe und Herzen zu lenken, so wäre das eines meiner ersten Gesetze: Jeder sei, wie er wirklich ist. Keiner rede und handle anders, als er denkt und ihm`s ums Herz ist.

Die folgenden Worte von Johann Wolfgang von Goethe kann man den von Hölderlin wunderbar nachstellen:
Wer sich nicht zuviel dünkt, ist viel mehr, als er glaubt.

Wenn man in die deutsche Geschichte schaut, wird man sehen, dass der Deutsche immer dann seine Sternstunden sah, wenn er an Treue und Ehre – also an das innere Gewissen und die Haltung – festhielt. So gelang es einst dem zerstückelten und am Boden liegenden Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg, durch die innere Haltung – Ehre, Treue, 

Selbstlosigkeit und Pflicht – wieder zu einer europäischen Großmacht heranzuwachsen. Die Führungsschicht bekam nicht wie die heutigen Parlamentarier der BRD ein übermäßiges Gehalt, sondern die Ehre und das Ansehen mussten für sie Entgelt genug sein. Die folgende Geschichte aus der preußischen Zeit, von denen es viele gibt, kündet ebenfalls von deren hohen Idealen, die sich nach der eigenen Ehre richteten: Eines Tages stellte der König an den Justizminister von Münchhausen das Ansinnen, er solle ein bereits gefälltes Urteil umstoßen. Dessen Antwort: “Mein Kopf steht Euer Majestät zur Verfügung, aber nicht mein Gewissen.”

Mit dem Christentum kam ein fremder Glaube in unsere Heimat, der die Ehre durch den der christlichen Liebe ersetzte. So sprach Christus:

Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid, eures Vaters im Himmel.
Mit dieser Auffassung zersetzte man die germanische Ehrauffassung, die stets zu einem gesunden Volksleben beitrug. Nun waren Tor und Angel für die Betrüger und Bettler geöffnet.

Ehre hat nichts mit der christlichen Nächstenliebe zu tun. Sie hat aber auch nichts mit einem Menschen zu tun, der am liebsten alles in Schutt und Asche legen würde, weil er sich durch seine eigene Schwäche bloß gestellt fühlt. Nein, das hat alles nichts mit Ehre zu tun! 

Die Ehre eines Menschen ist verbunden mit seinem Gewissen und spiegelt sich in seinem Verhalten wieder, wenn er auf dieses hört. Handelt er gegen sein Gewissen, gibt er seine Ehre auf und wird nie seinen innerlichen Frieden finden oder wahres Glück ernten können. Doch er verliert diese Ehre nicht nur vor sich, sondern auch vor der Gemeinschaft, die dem gleichen Blut angehört und ebenfalls weiß, was richtig oder falsch, gut und böse ist. So behält nur der seine Ehre, der sich selbst, seiner Art und seinem Schicksal treu bleibt. Aus dieser Schau der Dinge ergibt sich auch, warum die christliche Nächstenliebe niemals für den Deutschen etwas mit Ehre zu tun haben kann. Denn dieser findet es ursprünglich ehrlos um Almosen zu betteln oder gar zu betrügen, wie soll er da jene lieben, die dies ohne Reue oder Umkehr tun.

Die Ehre des Einzelnen ist eng verbunden mit seiner Gemeinschaft, seines Volkes, seiner Familie. Denn ein Mensch kann sich sein Schicksal nicht aussuchen, er wird in jenes hineingeboren. Wer als Deutscher geboren wurde, dem wird auch das Schicksal seines Volkes überall ereilen, da er ein Angehöriger dessen ist. Wer sich dessen bewusst ist, will auch, dass sein Volk ein Volk der Ehre ist, genau wie anders herum.

Ein jeder Mensch spürt instinktiv was richtig oder falsch, was wahr oder unwahr, was Recht oder Unrecht ist. Wenn man weiß, dass richtig oder falsch und Recht (Recht ist, was wir als Recht empfinden) oder Unrecht auch wesensgemäß oder wesensfremd bzw. lebenserhaltend oder lebensfeindlich bedeuten kann, kann man die ganze Tragweite erblicken, die mit der Ehre als eines der lebenswichtigsten und erhaltenden Elemente verwoben ist. Aus der Ehre heraus entwickeln sich all jene Werte, die unser Leben bewegen: Pflicht, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und Heldentum. Damit gehört die Ehre zum höchsten und wichtigsten Wert für ein gesundes Volksleben.

Goethe sagte:
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich`s gänzlich ungeniert.
Mit diesen kurzen, aber klaren Worten führt uns der große Dichter die tiefe Bedeutung der Ehre deutlich vor Augen, wenn man den Gedanken weiter denkt. Denn, wenn einem das Gewissen das richtige sagt, man aber auf dieses nicht mehr hört, weil einem die Ehre, der Einklang mit sich selbst und den Gesetzen der Gemeinschaft ganz und gar egal ist, da man diese aufgegeben hat, dann kann und wird man nicht mehr das richtige um jeden Preis – wie das eigene Leben zu riskieren – tun.

Gibt ein Volk – wie das deutsche – seine Ehre auf, so ist es dem Untergang geweiht. Doch solange es noch deutsche Menschen gibt, die diese nicht aufgeben und wieder herstellen wollen, ist das Volk noch nicht verloren. Und solange es noch eine Not geben wird, die diese Verirrungen wieder in die richtigen Bahnen leiten kann, da sie nichts anderes zulässt, wenn der Mensch überleben will, dann ist die Zeit des Niedergangs noch nicht gekommen. Man darf nie und nimmer vergessen, dass das deutsche Volk von seinen Anlagen immer noch das gleiche ist wie vor 60 oder 2.000 Jahren. Bedrohlich wird die Lage erst, wenn die biologische Substanz immer mehr schwindet, die das Gefäß für die schöpferischen Anlagen des Deutschen ist.

Was geschieht, wenn die Ehre immer mehr sinkt, können wir gerade in unserer Zeit mit leichtem Blick erfassen: “… weite Teile im Volke finden nichts Anstößiges mehr dabei, ohne Arbeit auf Kosten von anderen zu leben, während gerade ältere Menschen sich davor scheuen, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.” Wo früher das gegebene Wort und der Handschlag als Vertrag galten, ist es heute notwendig schriftliche Verträge abzuschließen, die meist dann aber später wieder gebrochen werden. Blut ist nun einmal beständiger und webt ein dickeres Band als Papier!

Die Ehre eines Menschen ist eng verschlungen mit seiner Treue, Pflicht, Freiheit und Wahrhaftigkeit, da sie einander bedingen. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Denn wie soll jemand treu oder wahrhaftig sein, wenn ihm seine eigene Ehre – also jenes Empfinden, dass nach Einklang mit dem eigenen Rechtsempfinden und dem der Gemeinschaft strebt – nichts bedeutet. Genauso kann jemand nicht treu sein oder Ehre haben, wenn sein Leben von Lügen durchdrungen und damit nicht wahrhaftig ist. Denn niemals würde ein solcher Mensch einer Idee oder einem Gefolge treu bleiben, wenn diese für ihn Not und Tod bedeuten würden. Solch ein Mensch, der immer nur auf dem Vorteil bedacht sein kann, der kann auch keine Ehre haben, da es ihm völlig egal ist, ob er vor sich oder anderen bestehen kann. So begreifen wir auch die Worte Paul von Hindenburgs:
Die Treue ist das Mark der Ehre.

Ehre kann überhaupt nur jener empfinden, der innerlich wahrhaft frei ist und sich von allem gelöst hat, was ihm nicht angehört und das Innere stört. Denn erst dann kann er auf sein inneres Gewissen wirklich hören. Letztlich zeigt sich die Ehre in der Treue und damit in der Erfüllung der Pflicht und der Tat. Chamberlain schreibt in seinem Buch “Goethe”:
Die Welt aber fragt nicht viel nach dem Wesen eines Mannes, vielmehr nur nach seinen Taten.

Jeder der weiß und spürt, dass eine Idee Kämpfer – die von jenen Werten erfüllt und beseelt sein müssen – braucht, um durchgesetzt werden zu können und ein Volk ebenfalls nur bestehen kann, wenn es solche in seinen eigenen Reihen besitzt, der kann sich vorstellen, wie wichtig dieses Band der Ehre, Treue und Wahrhaftigkeit für deren Sieg und Erhalt ist.