Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben.
Sieg oder Spott, folg deinem Gott!



Donnerstag, 19. Juli 2012

Buchvorstellung zum Thema Runen


Eine Kurzbesprächung gängiger Runen-Literatur, die helfen soll, Nützliches von Wertlosem zu unterscheiden.

§  Edmund Weber: "Runenkunde", Schütz-Verlag Coburg, Reprint der Originalausgabe von 1941, 120 Seiten, (ISBN 3 - 87725 - 131 - 5).
Hervorragende Einführung in die Runenfrage. Die Runen werden von etlichen verschiedenen Seiten angegangen. Hält sich frei von Spekulationen. Uneingeschränkt empfehlenswert.
§  Wolfgang Krause: "Runen", 2. unveränderte Auflage 1993, Walter de Gruyter, Berlin - New York, 138 Seiten, (ISBN 3 - 11 - 014042 - X)
Wissenschaftlich einwandfrei, zahlreiche Abbildungen, Hinweis auf strittige Fragen, frei von spekulativen Deutungen. Uneingeschränkt empfehlenswert.
§  Klaus Würthner: "Das Arbeitsbuch zu den Runen", Heinrich Hugendubel Verlag, München 1995, 199 Seiten, (ISBN 3 - 88034 - 786 - 7)
Trennt in zwei Runenreihen, eine "exoterische", wo das 24er Futhark erläutert wird, und eine esoterische Runenreihe, wo die 18 angeblichen Armanen - Runen erläutert werden. Gibt die verschiedenen Runenlieder wieder. Deutungen zu Armanen - Futhark und Runenstellungen weitgehend spekulativ, teils falsch. Da sehr materialreich, eingeschränkt empfehlenswert.
§  Edred Thorsson: "Runenkunde - ein Handbuch der esoterischen Runenlehre", Urania Verlags AG, 2. Auflage Neuhausen 1992, 208 Seiten, ISBN 3 - 908644 - 64 - X)
Das Buch unterteilt sich in historische Runenkunde und verborgenes Weistum. Die 106 Seiten des ersten Teiles bieten einen guten Überblick. Im esoterischen Teil finden sich viele Spekulationen und zum Teil auch falsche Deutungen, beeinflußt durch die ursprünglichen Runendeutungen durch von List, der die 18 sogenannten Runenlieder (tatsächlich geht es da um Zaubergesänge und magische Handlungen) Odins in der Edda mit den 16 Runen des Jüngeren Futhark fälschlich zusammenkoppelte, zwei weitere Runen aus dem angelsächsischen Futhark hinzunahm, und das Ganze geheime Runenüberlieferung der Armanen nannte. Dadurch ergeben sich teilweise falsche Deutungen. Wegen des guten ersten Teils aber eingeschränkt empfehlenswert.
§  Bernhard King: "Die Runen", Aurum Verlag, Braunschweig 1994, 175 Seiten, (ISBN 3 - 591 - 08359 - 3)
Der englische Verfasser gibt zunächst einen Überblick über die Runen in ihrer Entwicklung. Dieser ist weitgehend zutreffend, auch mit den gegebenen Runennamen. Soweit abschließend kurz auf das Runenorakel eingegangen wird, gehen die Deutungen nur teilweise von dem Namen der Runen aus, sind deshalb teilweise spekulativ, teilweise sogar falsch. Eingeschränkt empfehlenswert.
§  Harry Radegeis: "Runen im Leben der Völker", 1995, 197 Seiten, Verlag Michael Damböck, Markt 86, A-3321 Ardagger, (ISBN 3 - 900589 - 18 - 6)
Eine ausgezeichnete Übersicht über alle vorhandenen Runenschriften, mit Vergleich zu verwandten Sprachdenkmälern; zahlreiche Einzeldarstellungen sind wiedergegeben. Für den, der selbständig forschen will, unentbehrlich.
§  Otto Zeller: Der Ursprung der Buchstabenschrift und das Runenalphabet", 197 Seiten, Biblio-Verlag Osnabrück, 1977, (ISBN 3 - 7648 - 10961096 - 3)
Verfasser weist nach, daß die Runen ca. 2000 Jahre älter sind, als ursprünglich angenommen, von Nordleuten zunächst ins Mittelmeer gebracht wurden, von dort dann zurückwanderten. Im Anhang sind zahlreiche Runendenkmäler wiedergegeben. Uneingeschränkt empfehlenswert.
§  Guido von List: "Das Geheimnis der Runen", Nachdruck der Ausgabe von 1908, Armanen - Verlag, Köln, 72 Seiten
Das Verdienst des Verfassers ist es, überhaupt das Interesse auf Runen wieder gerichtet zu haben. Weil er aber irrtümlich die achtzehn Strophen des sogenannten "Runenliedes" von Odin in der Edda mit Runen als Schriftzeichen parallel setzte, hat er für zahlreiche Runen eine falsche Deutung gefunden, bei einer Reihe von Runen auch einen falschen Namen (S - Rune z.B. als Siegrune, statt als Sonnenrune). Dadurch hat er viele spätere Runendeuter, die lediglich von ihm abschrieben, auf die falsche Bahn gewiesen. Nur von historischem Interesse.
§  Ulrich Jürgen Heinz: "Runenübungen - kurz und praktisch", Hermann Bauer KG, Freiburg 1997, 190 Seiten, (ISBN 3 - 7626 - 1109 - 2)
Verfasser geht von den achtzehn Armanen - Runen des Guido von List aus, und meint im Anschluß an frühere Verfasser, daß dann, wenn man mit seinem Körper die Runen nachstellt, sie dazu ferner singt, bestimmte Einflüsse auf den Körper sich ergäben. Deutung der Runen oftmals falsch; weitgehend spekulativ, nicht empfehlenswert.
§  Friedrich Bernhard Marby: "Der germanische Einweihungsweg in Sinnbildern und Symbolen mittels der germanischen Runen-Gymnastik", Spiethverlag, Stuttgart 1988, 83 Seiten, (ISBN 3 - 88093 - 022 - 8)
Marby nimmt für sich in Anspruch, die Runen - Gymnastik "wiederentdeckt" zu haben, und streitet deswegen mit Adolf Kummer. In dieser Schrift werden allerdings Deutungen zu Sinnbildern gegeben, sehr subjektiv und spekulativ, teilweise falsch. Nicht empfehlenswert.
§  Jan O. Deiters: "ABC der Runen-Kraft", Verlag Peter Erd, München 1997, 127 Seiten, (ISBN 3 - 8138 - 0448 - 8)
Verfasser behandelt lediglich die körperlichen Nachstellungen von Runen, allerdings aller ursprünglich vorhandenen vierundzwanzig Runen. Dazu gibt er Meditatioshinweise und angeblich physiologische Entsprechungen. Die Bedeutungen sind willkürlich; die Tyr - Rune, die für "Sieg" steht, wird von ihm so gedeutet, daß es hier um Gerechtigkeit, um Fairneß und um die Fähigkeit, sich in Konflikten konstruktiv zu verhalten, gehe. Nicht empfehlenswert.
§  Kenneth Meadows: "Runen - Die magische Kraft", MVG - Verlag, Landsberg 1996, 242 Seiten, (ISBN 3 - 478 - 71720 - 5)
Der englische Verfasser meint, daß die germanische Buchstabenreihe ursprünglich nicht mit "Fehu", sondern mit "Ur" angefangen habe, und so wie hier gibt er auch sonst abwegige Deutungen. So soll das linksdrehende Hakenkreuz der Nationalsozialisten ein Symbol des Todes, der Zerstörung und des Chaos sein und so bewußt gewählt worden sein, während das rechtsdrehende Hakenkreuz ein Symbol des Lebens, der Sonne sei. Eine Beschäftigung mit der Verwendung des Hakenkreuzes im Buddhismus, wo es weit verbreitet ist, hätte dem Verfasser gezeigt, daß dort das Hakenkreuz linksdrehend bzw. rechtsdrehend ist je nach der Jahreszeit, aber nichts mit Zerstörung oder Chaos zu tun hat, sondern immer den Sonnenlauf symbolisiert. Auch seine Beziehungen von Bäumen zu Runen sind völlig spekulativ; die Eberesche z.B., die im skandinavischen Volksglauben mit Thor in Verbindung gebracht wird, soll nach ihm mit der Hagal - Rune in Verbindung stehen, und ein weibliches Gegenstück zur männlichen Esche sein. Mit der Ur-Rune fängt er an, weil in unserem Sprachgebrauch "urtümlich" der Anfang sei. Nicht empfehlenswert.

§  Cheru: "Runenorakel - Magie der Germanen", Kersken Canbaz Verlag, 1999, 99 Seiten, , (ISBN 3 - 89423 - 074 - 6)
Verfasser stützt sich ausweislich der Bibliographie auf Ralf Blum, Aleister Crowley, Karl Spiesberger und auf das nicht empfehlenswerte Buch von Edred Thorsson: "Handbuch der Runen-Magie". Es bietet nichts eigenes, die Deutungen sind weitgehend falsch. Nicht empfehlenswert.
§  Ralf Blum: "Runen", Heinrich Hugendubel Verlag, 12. Auflage München 2000, 120 Seiten, mit 25 Runensteinen, (ISBN 3 - 88034- - 767 - 0)
Der jüdische Verfasser ist der Auffassung, daß die Deutungen der Runen uns verloren gegangen seien, weswegen er in seiner alphabetischen Anordnung und in den Buchstaben-Interpretationen eigene Deutungen gibt, die nahezu sämtlich falsch sind. Er ist - obwohl dies der überlieferten Form des Runenorakels widerspricht auch der Auffassung, daß je nachdem, ob die Runen beim Runenwurf aufrecht oder auf dem Kopf stehen, unterschiedliche Deutungen zu geben seien. Warum dieses Buch, das von allen vorgestellten Büchern das teuerste und schlechteste ist und das lediglich verwirren kann, so viele Auflagen erlebt hat, ist nicht ersichtlich. Nicht empfehlenswert.
§  David V. Barrett: "Runen und was sie bedeuten", Flechsig Verlag Würzburg, 60 Seiten, (ISBN 3 - 88189 - 170 - 6)
Das Buch enthält eine Reihe farbiger Abbildungen und ist vom Preis - Leistungsverhältnis her sehr günstig, was aber auch das einzig Bemerkenswerte ist. Die angeblichen Orakelformen (7 - Runen - Orakel, Keltische Kreuz - Orakel usw.) haben mit altgermanischem Runenorakel nichts zu tun. Die Runendeutungen sind auch weitgehend spekulativ. Nicht empfehlenswert.
§  "Runen-Decoder"; VRK Verlag für angewandte Kinesologie GmbH, 1996 (ISBN 3 - 924077 - 81 - 9)
Es handelt sich um eine Klapptafel, wo auf zwei Feldern die jeweils auf dem Kreis angeordneten vierundzwanzig Runen eingestellt werden können, um dann ein Kurzorakel zu bekommen. Deutungen weitgehend spekulativ, teils falsch. Nicht empfehlenswert.
§  Igor Warneck: "Runengeflüster - Das verborgene Wissen des Runenorakels", Arun - Verlag, 1999, 235 Seiten, (ISBN 3 - 927940 - 40 - 2)
Die Runennamen sind weitgehend zutreffend angegeben. Deutungen von Runen zu Vor- und Nachnamen, beim Runenorakel für "materielle Ebene" und "emotionale Ebene" sind weitgehend spekulativ und nicht nachzuvollziehen. Nicht empfehlenswert.
§  Ralph Tegtmeier: "Runen - Alphabet der Erkenntnis", Urania Verlags AG, 3. Auflage 1997, 144 Seiten, (ISBN 3 - 908644 - 52 - 6)
Verfasser hat sein Buch Edred Thorsson gewidmet, und au§er ihm empfiehlt er noch Ulrich Jürgen Heinz und Karl Spiesberger (beide folgen dem Armanen-Futhark). Deswegen setzt er die Runen nicht nur mit dem angelsächsischen und altnordischen Runengedicht in Beziehung, sondern auch mit dem sogenannten Runenlied Odins in der Edda. Unter "Weissagungen" gibt er jeweils eine positive wie eine negative Auslegung der Rune, wohingegen im Runenorakel der Germanen eine Rune entweder positiv oder negativ besetzt war. Nicht empfehlenswert.
§  Inanna: "Das Runenbuch für Frauen", Verlag Gisela Meussling, 5. Auflage Bonn 1997, 252 Seiten, (ISBN 3 - 922129 - 18 - 8)
Das Buch ist Pele, der Göttin von Hawaii, gewidmet, die nach Auffassung der Verfasserin "auf der Ebene schamanischer Wirklichkeit meine Mutter" sei. Bei den Runenstellungen folgt sie den armanischen Thesen, ansonsten hat die hawaiische Göttin wohl eher verwirrend gewirkt. Mit Gewalt muß alles feministisch gedeutet werden; die Mannaz-Rune z.B., die ursprünglich Mann und dann später auch Mensch bedeutet, hat bei ihr die Bezeichnung "Ma, Mama, Mana, Manna", und bedeutet "Göttin in dir". Allenfalls für Männer empfehlenswert, die in depressiven Stunden sich an feministischen Verstiegenheiten erheitern wollen.
§  Reinhard Florek: "Das Runen Handbuch", Windpferd Verlagsgesellschaft mbH, Aitrang, 3. Auflage 1996, 124 Seiten, (ISBN 3 - 89385 - 058 - 9)
Der Verfasser geht vom achtzehner Armanen - Futhark aus, zeigt die Runenstellungen und setzt die einzelnen Runen mit Mantras und Mudras in Beziehung. Den Sinn der Runen will er aus den achtzehn Strophen des sogenannten Runenliedes Odins aus der Edda entnehmen. Teils spekulativ, teils falsch, nicht empfehlenswert.
§  Marijane Osborn und Stella Longland: "Rune Games - Macht und Geheimnis der Runen", Neue Erde Verlags- und Naturwarenvertriebs - GmbH, Saarbrücken 1992, 256 Seiten (ISBN 3 - 89060 - 402 - 1)
Das Buch geht vom angelsächsischen Futhark aus. Nach einer Einführung, die erfreulicherweise nicht Sicherheit vortäuscht, sondern verschiedene Möglichkeiten der Deutung darstellt, werden verschiedene Formen des Runenorakels dargestellt. Ärgerlicherweise werden die achtzehn Runenlieder Odins mit den 29 Runen des angelsächsischen Futhark in Verbindung gebracht. Es werden ferner Bezüge zu den Sternzeichen, Gittermustern u.ä. behauptet, die nicht gesichert sind. Muß kritisch betrachtet werden, ist aber faktenreicher als manche andere vorgestellten Bücher, und lesenswert wegen der Bezüge zu englischen Quellen. Die Orakelvorschläge sind allerdings unbrauchbar.
§  Gezá von Neményi: "Heilige Runen - Zauberzeichen des Nordens" Heyne-Verlag 2003, 464 Seiten, (ISBN 3-453-86457-3)
Verf. wertete zahlreiche Quellen aus, macht aber eine Reihe von Fehlern aufgrund vorgefaßter Ansichten. Auch er setzt die 18 Strophen des Runenlieds Odins Runenzeichen parallel und kommt dadurch zu falschen Bedeutungen von Runen. Dazu kommt, daß er nicht voraussetzungslos herangeht, sondern eigene Wertungen einfließen läßt; weil die Germanen angeblich nicht materialistisch gewesen seien, sei die übliche Übersetzung für die Feh-Rune (Vieh, Geld) und die Odal-Rune (Grundeigentum) falsch, die Feh-Rune habe sich hingegen ursprünglich auf Wotan bezogen, die Odal-Rune bedeute nur "geschützter Bezirk". Beides ist natürlich Unsinn; Odal bedeutet "vom Großvater geerbtes Land", wie aus den frühesten nordischen Rechtsquellen deutlich hervorgeht. Ferner interpretiert er vieles fälschlich gestirnsmythologisch: die Burgen der Götter würden verschiedenen Sternbildern entsprechen, entsprechend 13 Monaten habe es jeweils ein Götterpaar gegeben, insgesamt also 26 germanische Gottheiten, der Asen-Wanenkampf sei nicht (wie die Forschung richtig annimmt) ein Abbild der Kämpfe zwischen Schnurkeramikern und Megalitikern, sondern zwischen Nacht und Tag. Er setzt Runen mit dem Tages- und Jahreslauf parallel und spekuliert auch sonst sehr oft. Teilweise gibt er eigene Übersetzungen, die unsinnig sind. Auch in einer Reihe Einzelfragen liegt er falsch, nimmt beispielsweise den Glauben an Inkarnationen bei den Germanen an (selbst in den ältesten indischen Quellen gibt es die Seelenwanderung noch nicht!), interpretiert die Irminsul an den Externsteinen als Dattelpalme und will statt dessen als Bild der Irminsul eine römische Säule mit dem Sonnengott an der Spitze (Sol invictus) den Lesern als Originalbild der Irminsul verkaufen. Erfreulich ist allerdings, daß eine Reihe von Runendenkmälern im Bild wiedergegeben werden. Da insgesamt mehr richtig als falsch in dem Buch ist, eingeschränkt empfehlenswert.