Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben.
Sieg oder Spott, folg deinem Gott!



Mittwoch, 4. April 2012

Die keltische Kultur




Doch was genau ist eigentlich die Keltische Kultur?
Man unterscheidet zwei wesentliche Epochen bei den Kelten:


Die Hallstatt-Kultur um 800-400 v. Chr. (Bronzezeit)
Diese Kultur zeichnet sich vor allem darin aus, dass die Toten in sogenannten Urnenfeldern begraben wurden.

Die La-Tène-Kultur ab ca. 450 v. Chr. (Eisenzeit)
Diese Kultur orientiert sich nach der Ähnlichkeit in der Herstellung von Schmuck und Waffen.

Die Epochen wurden nach archäologischen Ausgrabungsstätten benannt. Ihre Eigenheiten richten sich auch eher nach der Ähnlichkeit der archäologischen Funde, als nach der Lebensweise der Kelten. Doch diese Lebensweisen, der Alltag und die Religion der Kelten, sind viel interessanter. So sind es das Salz und auch die Bronzegefäße, durch deren Handel die Hallstatt-Kultur überhaupt erblühte. Vom Salz war der gesamte antike Süden wie etwa Griechenland abhängig. Orte, die entlang dieser Salzhandelsstraße von Norden nach Süden lagen, wie z.B. Vix, erfreuten sich eines gewissen Reichtums, da sie z.B. Zölle für die Durchfahrt erheben konnten. Auch wenn die Kelten sich manches Scharmützel mit der antiken Welt lieferten, so blühte doch der Handel, wie etwa zwischen den Phöniziern (entlang der afrikanischen Mittelmeerküste) und Britannien. Zudem lernten die Kelten auch von den anderen Völkern, wie etwa von den Etruskern, die Bearbeitung von Metallen. Sie übernahmen viele Lebensweisen anderer Völker. Dennoch, eines schien immer zu bleiben, die Religion und die gemeinsame Sprache. Der Grund dafür lag in der Funktion der Druiden in der keltischen Gesellschaft.

Die keltische Gesellschaft

Nach den Notizen von Julius Cäsar war die gallische Gesellschaft wie folgt aufgebaut:

Die oberste Schicht bildeten Stammesfürsten oder Häuptlinge, gefolgt von den Druiden und den Kriegern. Die dritte Schicht bildeten die Handwerker, Bauern und Händler. Die vierte Schicht bildeten die Unfreien. Die Kelten zersplitterten sich in Stämme und Clans, unter denen nicht selten Streitigkeiten vorherrschten. Eine gemeinsame Führung der Kelten im Sinne eines Königs oder dergleichen gab es nicht. Dieser Umstand machte die Kelten teils eben besiegbar, in dem etwa die Römer die Stämme gegeneinander aufhetzten, teils aber auch unbesiegbar, weil man eben nicht.



1. Herkunft

Die Celten sind nicht, wie oft beschrieben, eine mythische "Volksrasse", die aus den Nebeln vergangener Epochen emporgestiegen ist, um den Menschen der heutigen Zeit Rätsel aufzugeben. Vielmehr tragen sie die Erfahrung unzähliger Wanderungen und Kämpfe der verschiedensten Volksstämme in sich. Betrachten wir also ihre Entstehung: Ihre Geschichte beginnt wohl auf im Vorderindischen bis in den Kaukasischen Bereich liegenden Gebieten, eben dem wahrscheinlichen Ursprungsgebiet der Indöeuropäischen Völker, denen sie angehören. Woher diese nun kamen kann bis heute nicht wissenschaftlich erklärt werden. Wir müssen also an dem Punkt ansetzen, als die Individualisierung der verschiedenen Kulturstämme, wie z.B. der Kelten, Germanen, Slawen und der verschiedenen Mittelmeerkulturen, einsetzte. Von hier aus nun zogen jene Stämme, die später die "keltische" Kultur darstellen sollten, aus, um das Gesicht Europas zu verändern.



2. Der Weg

Nachdem Eis und Kälte, "der unsichtbare Feind" der Überlieferung, sich aus den europäischen Ländern zurückgezogen hatten, machten sich verschiedene Stämme auf, das nunmehr freigewordene Land im Westen in Besitz zu nehmen. Während jene Stämme, die eine nördliche Route einschlugen, später unter dem Begriff "Germanen" zusammengefasst wurden, erhielten die Stämme, welche nach Westen und Südwesten zogen, die Bezeichnung "Kelten". Diese Gruppen beeinflussten mit ihrem Zug durch den nördlichen Mittelmeerbereich, den Balkan, die Alpen- gebiete bis Mitteleuropa, Frankreich, Spanien bis zu den Britischen Inseln die dortigen Kulturen und vermischten sich mit diesen.



3. Die Begegnungen

Auf ihrem Weg zu den endgültigen Siedlungsgebieten hinterließen sie in den Mythen der verschiedensten Völker ihre Spuren, ebenso wie diese in den Keltischen Mythen Einzug hielten. So lebten sie in der Griechischen Geschichte als "Streitaxtleute" fort, später fanden sie sich als "letzter Zug aus Troja", auf die sich die "Söhne des Mile" berufen. Spaniens Mythen sprechen von einem Kriegerstamm aus dem Osten kommend, der das Land von einer Tyrannei befreit haben soll. Das reichste Mythenmaterial entstand jedoch bei der Besiedlung der Britischen Inseln, dabei sind wohl vor allem die "Fomorain", die "Thuatha de Danan" und die "Picti" und Ur-"Scoti" zu nennen.



4. Die neue Heimat

Die Keltischen Gruppen, die sich schon auf dem Festland niederließen, also die Ostkelten des Balkans, die Lepontischen und Helvetischen Gruppen sowie die Hispano-Kelten verschmolzen recht schnell mit anderen Stämmen zu eigenständigen Kulturen. Die Gallier ließen sich nach der Niederlage durch Cäsar bei Alesia schnell romanisieren, die Bretonen allerdings, nach denen die Bretagne benannt ist, behielten ihre Eigenständigkeit teils bis heute bei. Die Inselkelten, hierunter fallen die Gälen Irlands und Schottlands, die Cymrer und Cornen in Wales, die Picten Schottlands, der Orkneys und Irlands und die Britonen, die ein auf die Insel übergesetzter Teil der Bretonen sind, vor langer Zeit dem Druck nachfolgender Stämme nachgebend, eben diese Inselkelten führten ihre Kultur weitgehend unbeeinflusst von Außen in die heute bekannte Hochkultur fort.
Die geographische Lage isolierte nämlich diese Regionen von den großen Veränderungen auf dem Festland, so kamen Ausläufer des Römischen Reiches nur bis in Britonisches Gebiet. Erst lange Zeit später, mit den Angeln und Sachsen in Britannien und dann den Wikingern und Normannen auch in den anderen Regionen, bis Irland hinein, erfuhr die Keltische Kultur auf den Inseln wieder neue Einflüsse von Außen.