Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben.
Sieg oder Spott, folg deinem Gott!



Montag, 26. September 2011

Runenmeditation (Útiseta)


Das nordische Wort útiseta bezeichnet nicht nur Runenmeditationen, sondern jede Art des "Draußensitzens", d.h. der germanischen Art der Meditation in der freien Natur. Dabei sucht man nicht die Einsamkeit, sondern das Alleinsein mit der Natur und ihren Pflanzen, Tieren und Geistern. Denn das Göttliche ist zwar auch in uns, aber wir finden es niemals allein in uns selbst, sondern nur in Wechselwirkung mit dem Göttlichen um uns.

Wie die germanische (und keltische) Meditation keine einsame Nabelbeschau ist, so wird bei ihr auch nicht der Geist bloß ruhiggestellt und "geleert", sondern die Ruhe – besser: Ausgeglichenheit – ist nur das Mittel zu einem aktiven Prozess, bei dem der Geist willentlich auf sein Ziel gelenkt wird – in unserem Fall auf die Runen.

Dazu konzentriert man sich auf die Form, den Klang und die Bedeutung der Rune, über die man meditieren will, d.h. man visualisiert diese Rune oder betrachtet sie auf einem Bild oder einem Holz, in das man sie geritzt hat, singt sie und macht sich ohne direktes linear-logisches Nachdenken ihre Bedeutung bewusst, die sich mit etwas Übung spontan über den Namen selbst erschließt. Die Runennamen sind schon in einfachster Übersetzung sehr aussagekräftig und entfalten, auch wenn bewusst nicht viel "hochzukommen" scheint, im tiefen Bewusstsein eine große Wirkung.

Bei der Runenmeditation ist der Geist offen und verletzlich. Sie erfordert daher ein Schutzritual (z.B. das Hammerritual) und eine abschließende Erdung. Am Anfang sollte man nur kurz meditieren, mit der Erfahrung kann man die Dauer auf einige Minuten steigern.